Das Geheimnis der
Darm-Hirn-Achse
Warum unser Bauch mitredet, wenn wir denken und fühlen
Unser Bauch spricht mit, wenn wir denken und fühlen. Was verbindet ihn mit unserem Gehirn?
Inhalt dieses Beitrags
Es ist ein Sonntagmorgen voller Sonnenschein. Ich gehe mit meiner Tochter und unserer Labradoodle-Hündin spazieren. Wir genießen die herbstlichen Sonnenstrahlen und die Begegnungen mit anderen Hundebesitzern. Währenddessen beschäftigt mich ein Thema, das mich schon lange begleitet: die Darm-Hirn-Achse.
Bereits zu Beginn des Jahres waren mehrere Podcasts dazu geplant. Doch manchmal passen eine Idee und der richtige Zeitpunkt noch nicht zusammen. Das Interesse bleibt trotzdem. In den letzten Tagen habe ich Material gesammelt und mein neuestes Werk beendet. Statt eines Podcasts oder eines neuen Hörbuchs ist diesmal ein Buch entstanden. Darin beschäftige ich mich mit dem Einfluss unserer Ernährung auf unser Gehirn und seine Funktionen. Ein ganzes Kapitel widmet sich der Darm-Hirn-Achse.
Daraus entstand der Impuls, dieses Thema auch hier bei „Schönheit neu definiert“ aufzugreifen. Dann sehe ich auf Instagram einen Beitrag meiner lieben Podcastpartnerin Katharina. Und genau in diesem Moment spricht sie ebenfalls darüber! Diese Gleichzeitigkeit unserer Gedanken und Impulse schenkt mir eine besondere Freude beim Schreiben. Manchmal passt der Zeitpunkt eben doch.
Wenn Gefühle im Bauch ankommen
Wir alle kennen diese Bilder: Schmetterlinge im Bauch. Oder gleich ganze Flugzeuge, wie es in einem Lied heißt. Worte, mit denen wir einen Zustand beschreiben, der sich kaum sachlich ausdrücken lässt. Das Verliebtsein. Ein Mensch beschäftigt unsere Gedanken und plötzlich scheint auch unser Bauch an dieser Begegnung teilzunehmen.
Vielleicht sitzen Sie morgens am Frühstückstisch. Ihr Kaffee duftet, das Brot liegt bereit, doch Ihre Aufmerksamkeit gehört dem Handy daneben. Gestern gab es dieses Gespräch. Diese Nähe. Einen Moment, den Sie am liebsten festgehalten hätten. Dann erscheint eine Nachricht. Nur wenige Worte, aber Sie lächeln. Im Bauch beginnt dieses vertraute Kribbeln und für einen Augenblick fühlt sich der ganze Morgen anders an.
Derselbe Frühstückstisch kann sich am nächsten Tag ganz anders anfühlen. Die erhoffte Nachricht bleibt aus. Sie schauen aufs Handy, legen es weg und nehmen es wieder in die Hand. Habe ich etwas falsch verstanden? Denkt dieser Mensch überhaupt an mich? Weshalb nimmt er mich nicht wahr? Aus der Leichtigkeit wird Unruhe. Statt Schmetterlingen spüren Sie einen Druck im Bauch. Das Frühstück steht noch vor Ihnen, aber der Appetit ist verschwunden.
Über solche Momente wurden unzählige Romane geschrieben. Mich interessiert daran auch die Frage: Wie wird aus einem Gedanken ein körperliches Gefühl? Wie kann die Hoffnung auf Nähe unseren Bauch in Bewegung bringen und die Angst vor Zurückweisung ihn scheinbar zuschnüren?
Dabei wäre es zu einfach, Verliebtheit mit einer großen Ausschüttung von Endorphinen und Traurigkeit mit deren Ausbleiben zu erklären. Gefühle entstehen aus dem Zusammenspiel verschiedener Vorgänge im Gehirn und Körper. Für unser Thema ist zunächst etwas anderes wichtig: Gehirn und Darm stehen in einem fortlaufenden Austausch. Das Gehirn beeinflusst die Verdauung und erhält zugleich Signale aus dem Verdauungssystem.
Hier beginnt für mich das Geheimnis der Darm-Hirn-Achse. Mitten in unserem Leben, bei Freude und Sehnsucht, bei Nähe und Anspannung. Wenn wir verstehen möchten, wie unser Bauch mit unserem Denken, Fühlen und Handeln verbunden ist, müssen wir zunächst ein Wort klären: Achse.
Was ist eine Achse?
Eine Achse bezeichnet in der Medizin einen funktionellen Zusammenhang zwischen Organen oder Körpersystemen. Sie tauschen Informationen aus und stimmen ihre Arbeit aufeinander ab. Das Wort beschreibt also keine Stange im Körper, sondern eine Verbindung.
Denken Sie an die Zusammenarbeit zwischen einer Küche und dem Service eines Restaurants. Die Küche muss erfahren, was die Gäste bestellt haben. Der Service muss wissen, wann das Essen fertig ist oder eine Zutat fehlt. Beide brauchen Rückmeldungen, damit sie auf die jeweilige Situation reagieren können. Im Körper übernehmen unter anderem Nerven, Hormone und Immunbotenstoffe diese Kommunikation.
Die Darm-Hirn-Achse beschreibt das Zusammenspiel zwischen Verdauungssystem und Gehirn. Beziehen wir die Mikroorganismen im Darm mit ein, sprechen wir genauer von der Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse. Dabei fließen Informationen in beide Richtungen. Unser Gehirn spricht gewissermaßen mit dem Darm und der Darm antwortet.
Warum brauchen wir eine Achse?
Weil unser Körper seine Aufgaben aufeinander abstimmen muss. Nach einer Mahlzeit braucht das Gehirn beispielsweise Informationen darüber, dass Nahrung angekommen ist. Die Dehnung des Verdauungstrakts und Signale über Nährstoffe wirken an der Regulation von Hunger und Sättigung mit. Gleichzeitig muss die Verdauung auf unsere aktuelle Situation reagieren können. Ob wir entspannt am Tisch sitzen oder unter Anspannung hastig etwas essen, kann einen Unterschied machen.
Eine Achse ermöglicht diese Abstimmung. Unser Körper passt seine Arbeit fortlaufend an Nahrung, Belastung, Ruhe und die Umgebung an. Dazu braucht er Rückmeldungen. So wie wir im Restaurant nicht unbegrenzt Essen zubereiten würden, ohne zu wissen, ob überhaupt noch Gäste darauf warten.
Wie genau funktioniert die Darm-Hirn-Achse?
Die Verbindung nutzt mehrere Kommunikationswege gleichzeitig. Der erste führt über die Nerven. Der Darm besitzt ein eigenes Nervensystem, das viele Verdauungsabläufe vor Ort steuert. Es koordiniert beispielsweise die Bewegungen, mit denen Nahrung weitertransportiert wird. Deshalb wird es manchmal als „zweites Gehirn“ bezeichnet. Das ist ein anschauliches Bild. Dieses Nervensystem schreibt allerdings keine Liebesbriefe und entscheidet auch nicht darüber, wen wir morgen anrufen.
Über Nervenverbindungen, darunter den Vagusnerv, gelangen Informationen zwischen Verdauungsorganen und Gehirn hin und her. Das Gehirn kann Verdauungsabläufe beeinflussen und erhält Rückmeldungen aus dem Körperinneren. Diese Rückmeldungen gehören zu den Informationen, aus denen unser Gehirn unser körperliches Befinden zusammensetzt.
Ein weiterer Weg führt über Hormone. Bestimmte Zellen im Darm setzen nach einer Mahlzeit Hormone frei, die unter anderem Verdauung und Sättigung mitregulieren. Manche Signale wirken über das Blut, andere über Nervenbahnen. Der Darm meldet damit mehr als „voll“ oder „leer“. Er liefert Informationen über das, was gerade angekommen ist.
Auch das Immunsystem ist beteiligt. Im Darm trifft unser Körper täglich auf Nahrung und zahlreiche Mikroorganismen. Immunzellen überwachen diese Kontaktfläche. Ihre Botenstoffe können über den Darm hinaus wirken und gehören ebenfalls zum Austausch zwischen Darm und Gehirn.
Hinzu kommen Stoffwechselprodukte unserer Darmmikroorganismen. Manche Bakterien verarbeiten Nahrungsbestandteile, die wir selbst nicht vollständig verdauen können. Dabei entstehen beispielsweise kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat. Dieses dient bestimmten Darmzellen als Energiequelle und ist an der Regulation der Darmbarriere und von Immunreaktionen beteiligt.
Unser Darm schickt also keine fertigen Gedanken nach oben. Er liefert biologische Signale, die das Gehirn zusammen mit vielen anderen Informationen verarbeitet. Genau dieses Zusammenspiel macht die Verbindung so interessant.
Was bedeutet das für unsere Gefühle?
Kehren wir zum Frühstückstisch zurück. Die Nachricht bleibt aus und Sie beginnen, die Situation zu bewerten. Vielleicht entsteht Sorge, vielleicht Enttäuschung. Diese emotionale Anspannung kann über das Nervensystem und die Stressregulation auch Ihre Verdauung beeinflussen. Was Sie als Druck oder Unruhe im Bauch wahrnehmen, kann wiederum Ihre Aufmerksamkeit binden. Sie spüren das Unbehagen und beschäftigen sich noch intensiver mit der Situation.
Das bedeutet nicht, dass der Darm Liebeskummer verursacht. Es zeigt, wie Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen ineinandergreifen können. Wir erleben eine Enttäuschung als ganze Menschen.
Besonders deutlich wird die Bedeutung dieser Verbindung bei Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom. Hier kann das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Darm verändert sein. Manche Betroffene empfinden bereits normale Mengen an Gas oder Darminhalt als schmerzhaft. Bei anderen ist die Bewegung des Darms verändert. Eine gestörte Verarbeitung von Körpersignalen kann reale Beschwerden verursachen. Deshalb wird der Satz „Das ist nur psychisch“ dem Erleben dieser Menschen nicht gerecht. Gleichzeitig können weitere Faktoren beteiligt sein. Die Darm-Hirn-Achse erklärt einen wichtigen Teil des Geschehens, aber nicht jedes Bauchproblem.
Welche anderen Achsen gibt es im Körper?
Ein gut untersuchtes Beispiel ist die Stressachse. Ihr Fachname lautet Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Hinter diesem langen Wort steckt eine Signalkette zwischen zwei Bereichen im Gehirn und den Nebennieren. Bei Belastung kann diese Kette aktiviert werden. Die Nebennieren setzen daraufhin unter anderem Cortisol frei. Dieses Hormon hilft dem Körper, auf Anforderungen zu reagieren. Rückmeldungen regulieren anschließend die Aktivität des Systems.
Vielleicht kennen Sie das aus einer Prüfungssituation. Sie müssen aufmerksam sein und Leistung erbringen. Die Stressreaktion unterstützt diese Anpassung. Problematisch können Belastungen werden, wenn sie über längere Zeit anhalten und Erholung zu kurz kommt. Die Stressregulation ist dabei eng mit der Darm-Hirn-Kommunikation verbunden.
Die Hirn-Darm-Haut-Achse
Auch zwischen Hirn, Darm und Haut werden Verbindungen untersucht. Bei dieser Darm-Haut-Achse geht es unter anderem um Immunreaktionen und mikrobielle Stoffwechselprodukte, die an Entzündungsprozessen beteiligt sein können. Wie bedeutsam diese Verbindung ist, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab. Ein Hautproblem lässt sich deshalb nicht allein durch seine Existenz auf den Darm zurückführen.
Weitere Forschungsgebiete beschäftigen sich mit der Darm-Lungen-Achse und den Verbindungen zwischen Darm und Herz-Kreislauf-System. Dabei sollten wir eine Unterscheidung im Kopf behalten: Eine klar definierte hormonelle Signalkette und ein weit verzweigtes Netzwerk von Wechselwirkungen können beide als „Achse“ bezeichnet werden. Sie sind deshalb nicht automatisch gleich aufgebaut oder gleich gut untersucht.
Wie hängen die Achsen miteinander zusammen?
Unser Körper besteht aus miteinander verbundenen Systemen. Das Blut transportiert Botenstoffe zu verschiedenen Organen. Immunzellen bewegen sich durch den Körper. Das Nervensystem beeinflusst mehrere Organe gleichzeitig. Verschiedene Achsen nutzen deshalb teilweise dieselben Kommunikationswege.
Ein Beispiel: Sie stehen über längere Zeit unter Belastung. Ihre Stressregulation und Ihr Schlaf verändern sich. Vielleicht essen Sie unregelmäßiger oder wählen andere Lebensmittel. Über Nerven und Hormone kann die Belastung auch Ihre Verdauung beeinflussen. Kommen Bauchbeschwerden hinzu, beschäftigen diese wiederum Ihr Gehirn. Die Sorge vor dem nächsten unangenehmen Moment kann zusätzliche Anspannung auslösen.
So kann ein Kreislauf entstehen, in dem Beschwerden und ihre Bewertung einander verstärken. Das ist eine Möglichkeit, keine zwangsläufige Folge von Stress. Für mich ergibt sich daraus eine praktische Frage: Welche Bedingungen können wir verändern, damit dieser Mensch weniger belastet wird? Manchmal beginnt die Antwort auf dem Teller. Manchmal bei der Erholung. Manchmal in einem Gespräch über Sorgen, Erwartungen oder Grenzen.
Ist die Darm-Hirn-Achse die wichtigste aller Achsen?
Für mich gehört sie zu den besonders faszinierenden Verbindungen unseres Körpers, weil hier Verdauung, Nervensystem, Immunregulation und mikrobielle Stoffwechselprozesse zusammenkommen. Eine wissenschaftlich anerkannte Rangfolge, in der sie über allen anderen Achsen steht, gibt es allerdings nicht.
Ihre Bedeutung braucht eine solche Rangfolge auch nicht. Sie hilft uns, Zusammenhänge zu verstehen, die wir im Alltag oft getrennt betrachten. Gleichzeitig lässt sich aus ihrer Existenz nicht ableiten, dass jede Konzentrationsstörung oder jede seelische Belastung im Darm beginnt. Welche Rolle der Darm bei einem einzelnen Menschen spielt, muss im jeweiligen Zusammenhang beurteilt werden.
Weshalb sollten wir diese Achse unterstützen?
Weil wir im Alltag Bedingungen beeinflussen können, unter denen Verdauung und Nervensystem arbeiten. Was wir essen, wie wir uns erholen und wie wir mit Belastungen umgehen, gehört zu diesen Bedingungen. Bei Reizdarm können entsprechende Veränderungen Teil der Behandlung sein. Je nach Beschwerden kommen auch Medikamente oder gezielte psychologische Verfahren infrage.
Die praktische Frage lautet deshalb: Was braucht dieser Mensch in seiner aktuellen Situation? Ein empfindlicher Darm, ein hektischer Alltag und anhaltende Sorgen verlangen möglicherweise unterschiedliche Schritte. Genau hier lohnt es sich, körperliche und psychische Faktoren zusammen zu denken.
Wie können wir die Darm-Hirn-Achse unterstützen?
Ein guter Ausgangspunkt ist die Ernährung. Ballaststoffe unterstützen die Darmfunktion. Bestimmte Ballaststoffe dienen Darmmikroorganismen als Nahrung. Gute Quellen sind beispielsweise Haferflocken, Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene mindestens 30 Gramm täglich als Richtwert.
Falls Sie bisher wenig Ballaststoffe essen, steigern Sie die Menge schrittweise und trinken Sie ausreichend. Die Verträglichkeit zählt. Ein Anfang könnte sein, morgens Haferflocken zu essen, eine Hauptmahlzeit um Gemüse zu ergänzen oder häufiger eine kleine Portion gut verträglicher Hülsenfrüchte einzubauen. So entsteht Veränderung durch wiederholbare Schritte.
Geben Sie auch Ihrer Erholung einen festen Platz. Ausreichender Schlaf, angepasste körperliche Aktivität und ein bewusster Umgang mit Stress können bei Reizdarmbeschwerden helfen. Was das praktisch bedeutet, hängt von Ihrem Leben und Ihren körperlichen Möglichkeiten ab. Für den einen ist es eine regelmäßigere Schlafenszeit. Für den anderen eine Pause zwischen zwei Anforderungen oder Bewegung innerhalb der eigenen Belastungsgrenzen.
Bei anhaltenden Beschwerden können Verfahren wie kognitive Verhaltenstherapie oder darmgerichtete Hypnose hilfreich sein. Sie setzen unter anderem an der Verarbeitung und Regulation von Körpersignalen an. Das ist eine körperlich relevante Behandlung, auch wenn sie über psychologische Wege arbeitet.
Präbiotika, Probiotika und Postbiotika: Was steckt dahinter?
Sobald wir uns mit unseren Darmmikroorganismen beschäftigen, begegnen uns drei ähnlich klingende Begriffe: Präbiotika, Probiotika und Postbiotika. Sie beschreiben unterschiedliche Ansätze, die wir zunächst auseinanderhalten sollten.
Präbiotika sind Substanzen, die von Mikroorganismen im Körper gezielt genutzt werden und dadurch einen gesundheitlichen Nutzen vermitteln. Dazu gehören bestimmte Ballaststoffe, aber nicht jeder Ballaststoff ist automatisch ein Präbiotikum. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen haben. Postbiotika wiederum sind Zubereitungen aus nicht mehr lebenden Mikroorganismen und gegebenenfalls deren Bestandteilen, die einen gesundheitlichen Nutzen vermitteln. Gemeint sind also nicht einfach sämtliche Stoffwechselprodukte von Darmbakterien.
Vereinfacht können wir fragen:
Was ernährt unsere mikrobiellen Mitbewohner?
Welche lebenden Mikroorganismen können hilfreich sein?
Und welche Zubereitungen können auch ohne lebende Mikroorganismen eine Wirkung haben?
Dabei kommt es jeweils darauf an, was genau eingesetzt wird und welcher Nutzen dafür nachgewiesen ist.
Diese Unterschiede möchte ich in der nächsten Ausgabe verständlich erklären. Denn erst wenn wir die Begriffe einordnen können, lässt sich beurteilen, was hinter einem Produktkonzept steckt und was wir davon erwarten dürfen.
Was wir daraus für Schönheit und Gesundheit lernen können
Vielleicht erinnern Sie sich jetzt noch einmal an den Frühstückstisch. An die Nachricht, die ein Lächeln auslöst, oder an das Schweigen, das sich plötzlich im Bauch bemerkbar macht. Solche Erfahrungen geben uns einen persönlichen Zugang zu einem biologischen Zusammenspiel, das meist außerhalb unserer bewussten Wahrnehmung stattfindet. Wir erleben einen Menschen mit Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen. Die Darm-Hirn-Achse hilft uns, einen Teil dieser Verbindung besser zu verstehen.
Bei „Schönheit neu definiert“ interessiert uns, was einen Menschen trägt: körperlich, psychisch und im Alltag. Eine Ernährungsempfehlung trifft auf Gewohnheiten, Belastungen und einen bestimmten Lebensrhythmus. Eine Empfehlung zur Entspannung trifft auf einen Körper, der vielleicht gerade Beschwerden hat. Deshalb lohnt es sich, beides gemeinsam zu betrachten.
Sie müssen dafür nicht morgen Ihr gesamtes Leben verändern. Wählen Sie einen Schritt, der zu Ihnen passt. Eine verträgliche Ergänzung auf dem Teller. Einen verlässlicheren Schlafrhythmus. Unterstützung bei Beschwerden, die Sie schon länger begleiten. Aus dem Verständnis einer Verbindung kann so eine konkrete Veränderung im Alltag werden.
Die Darm-Hirn-Achse wird uns in der nächsten Ausgabe weiter begleiten. Dann widmen wir uns den kleinen Mitbewohnern in unserem Darm und der Frage, wie wir sie gezielt unterstützen können. Dabei schauen wir genauer auf Präbiotika, Probiotika und Postbiotika: Was unterscheidet sie, wie werden sie eingesetzt und welcher Nutzen ist belegt? In diesem Zusammenhang stelle ich Ihnen auch ein neues Produkt auf dem Markt vor und ordne ein, wie sich sein Konzept in dieses Zusammenspiel einfügt.
Quellen zur Vertiefung
Zhuang, M., Zhang, X. und Cai, J. (2024):
„Microbiota–gut–brain axis: interplay between microbiota,
barrier function and lymphatic system“. Gut Microbes.
Zum Fachartikel
National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases:
„Symptoms & Causes of Irritable Bowel Syndrome“.
Zuletzt fachlich geprüft November 2017.
Informationen zur Darm-Hirn-Interaktion
National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases:
„Treatment for Irritable Bowel Syndrome“.
Behandlungsmöglichkeiten bei Reizdarm
Deutsche Gesellschaft für Ernährung:
„Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen“.
Empfehlungen zu Ballaststoffen
Gibson, G. R. und weitere Autoren (2017):
„The International Scientific Association for Probiotics
and Prebiotics consensus statement on the definition
and scope of prebiotics“.
Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology.
Definition und Einordnung von Präbiotika
Hill, C. und weitere Autoren (2014):
„The International Scientific Association for Probiotics
and Prebiotics consensus statement on the scope and
appropriate use of the term probiotic“.
Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology.
Definition und Einordnung von Probiotika
Salminen, S. und weitere Autoren (2021):
„The International Scientific Association of Probiotics
and Prebiotics consensus statement on the definition
and scope of postbiotics“.
Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology.
Definition und Einordnung von Postbiotika
Vom Verstehen zum Handeln
Welcher erste Schritt passt zu Ihnen?
Wählen Sie für die kommende Woche eine Veränderung, die in Ihren Alltag passt:
- Eine gut verträgliche ballaststoffreiche Mahlzeit.
- Eine feste Zeit für eine kurze Erholungspause.
- Einen regelmäßigeren Schlafrhythmus.
In der nächsten Ausgabe: Präbiotika, Probiotika und Postbiotika und ihre Unterschiede.
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